Waldgärten

Für unsere Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern brauchen wir Systeme, die all dies so bereitstellen, dass dabei ihre Produktivität dauerhaft bestehen bleibt. Dafür müssen sie widerstandskräftig sein, Schwankungen in den Umweltbedingungen ausgleichen können und durch ihre Diversität zukünftigen Generationen das Potential für viele verschiedene Nutzungen erhalten. Darüber hinaus ist es wichtig, die Biosphäre unseres Planeten mit all ihren Ökosystemen intakt zu erhalten und Raum zu lassen für die Entwicklung und das Dasein anderer Lebewesen.

Die Landwirtschaft, die wir derzeit betrieben, senkt die Nährstoffversorgung unserer Böden immer weiter, führt zu Erosion, baut Humus ab und gibt große Mengen Treibhausgase an die Atmosphäre ab. Sie hängt völlig von Maschinenarbeit ab, zerstört dörfliche Strukturen, Generationengedächtnis, gesunde Arbetismöglichkeiten und über Jahrhunderte gewachsene Kultur.

Ich plane daher systeme, die aktiv Humus aufbauen, der Atmosphäre Kohlenstoff entziehen und diesen im Boden festlegen. Meine Waldgärten und großen Baumfeldkulturen liefern eine Vielzahl möglicher Produkte, minimieren dabei Arbeits- und Ressourcenaufwand und sind über viele Generationen stabil zu betreiben. Sie integrieren mehrere Schichten von Pflanzen, so dass eine optimale Ausnutzung der Sonnenergie stattfindet, was die Flächenproduktivität um ein vielfaches gegenüber herkömlicher Landwirtschaft steigert. Intelligent gesteuerte Weidenutzung durch verschiedene Tierarten bei optimaler Auswahl der züchterischen Eigenschaften ermöglicht bei steigender Bodenfruchtbarkeit langfristig hohe Erträge bei geringem Ressourceneinsatz, Der Wasserhaushalt wird im Großen wie im Kleinen optimiert durch das Nivellement von Schlüsselgradienten (Keyline Design). Die Düngung der Systeme wird von vornherein mit eingeplant, z.B. durch angepasste Kompostierregime und die strategische Positionierung von Stickstofffixierern.

So entstehen produktive Ökosysteme, die in landschaftlicher Struktur und biologischer Vielfalt an die lichten Laubwälder und feuchten Savannen erinnern, die einst in unseren Breiten vorherrschten und gewaltigen Herden von Bisons, Auerochsen, Wildpferden, Wildschweinen, Hirschen etc. Lebensraum und Nahrung boten. Da hierbei nun auf Tierrassen und Pflanzenvarietäten zurückgegriffen wird, die über lange Zeit durch Züchtung optimiert wurden, geländeangepasstes Design die Befahrung und Beerntung mit geringem Aufwand ermöglicht und die ökosystemaren Prozesse intelligent gelenkt werden, lassen sich große Mengen äußerst gesunder Nahrungsmittel, Öle, Betriebsstoffe, Arzneipflanzen, Faserpflanzen etc. erzeugen. Gleichzeitig führt die Verbreitung solcher Systeme zu einem Landschaftswandel, hin zu großer Artenvielfalt, gesunden Böden und gesundem Klima.

Beim Design von Waldgärten oder Baumfeldkulturen steht zunächst eine Analyse der Bedürfnisse der Nutzer*innen und deren Ressourcen im Vordergrund. Ökonomischer Hintergrund, Arbeitsaufwand, Maschinenpark etc. werden genauso detailliert begutachtet wie Klima, Böden, Wasserhaushalt und der Pflanzen- und Tierbestand. Nachdem die Zielsetzungen für ein Projekt herausgearbeitet wurden, folgt die Vermessung im Gelände und der durch GIS (Geographische Informationssysteme) unterstützte Entwurf eines Produktions- bzw. Versorgungssystems. Vom kleinen Stadtgarten, der auf wenigen Quadratmetern eine Vollversorgung mit Lebensmitteln bieten kann, bis hin zur Neuorganisation von großen Landwirtschaftsbetrieben, die wieder langfristig profitabel arbeiten wollen, ist dabei alles möglich.