Agrarwüste 1

Die Maibeere (Lonicera kamtschatica) im Waldgarten

Maibeeren  (auch Blaue Heckenkirschen, Lonicera kamtschatica bzw. eigentlich Lonicera caerulea var. kamtschatica) sind eine wunderbare Bereicherung für die Ernährung auf Grundlage mehrjähriger Pflanzen und sollten in keinem Waldgarten fehlen. Sie stammen aus Sibirien, von Kamtschatka und den Kurilen und sind extrem frostresistent. Das besondere ist, dass die Früchte schon im Mai reifen und bis Anfang Juni erntbar sind. Danach kommen dann Stachelbeeren und Johannisbeeren, so dass sie die Beerensaison entscheidend ins Frühjahr hinein verlängern. Sie sind mit die ersten vitaminreichen Früchte, die man von Gehölzen nach dem Winter ernten kann.

Früchte der Maibeere im ersten Jahr nach der Pflanzung.

Bei mir stehen die Maibeeren als Reihe in ost-west Richtung im Gemüsegarten. Sie brechen also Winde von Norden und schaffen auf ihrer Südseite einen warmen Mikrostandort. Dies ist vor allem im Frühjahr von Vorteil, wo die Maibeeren früh ihr behaartes, dichtes Laub entfalten. Spätfröste vertragen sie problemlos und bringen sogar nach solchen extremen Ereignissen noch Früchte. Wie sie sich im Schatten oder halbschatten machen, kann ich nicht sagen, da sie bei mir volle Sonne bekommen, Die Datenbank www.pfaf.org gibt allerdings an, dass die Maibeere keinen vollen Schatten verträgt.

Bei mir wachsen die Pflanzen in einem reinen Sandboden, der für die Pflanzung lediglich mit ein paar Händen voll Kompost und Lehm angereichert wurde. Für eine ordentliche Beigabe von geladener Pflanzenkohle standen zum Pflanzzeitpunkt leider nicht die Materialien zur Verfügung. Wie man nachträglich die Wuchbedingungen verbessern kann, zeige ich aber z.B. in dem Videobeitrag “Bäume mit Pflanzenkohle und Mulch fördern” Dennoch gab es gleich im ersten Jahr Früchte und die Pflanzen trieben kräftig aus. Bezogen habe ich die Sträucher von der Baumschule Eggert (www.eggert-baumschulen.de), die sie in guter Qualität lieferte. Allerdings ist keine Sorte angegeben. Daher kann ich auch noch nicht abschätzen, wie hoch und regelmäßig die Erträge ausfallen werden.
Einer der Sträucher blühte im September des ersten Jahres zum zweiten Mal.

Agrarwüste 1

Erfahrungen mit Mispeln (Mespilus germanica)

Mespilus germanica ‘Nottingham’ im ersten Jahr nach der Pflanzung

Ich habe zwei Mispeln (Mespilus germanica) als ca. 60 cm hohe Sträucher bekommen, bei beiden setzte die Verzweigung in 4-6 Triebe bereits ca. 10 cm über dem Wurzelhals an. Die Sorte ‘Kurpfalz-Mispel’ kam von der Baumschule Ritthaler, aus der Baumschule Eggert bezog ich die Sorte ‘Nottingham’, beide als Containerpflanzen in tadellosem Zustand, mit vitalem Wurzelwerk.

Gepflanzt wurden die Buschbäume im Waldgarten Brömsenberg in Westmecklenburg. Am Standort liegt ein reiner Sandboden mit teilweise nur 10 cm starkem humosen Oberboden vor. Die langjährige Durchschnittstemperatur liegt bei 8,7 °C, der Jahresniederschlag beträgt 602  mm und ist weitgehend gleichmäßig verteilt. In den Wintermonaten fallen durchschnittlich 40-50 mm, in den Sommermonaten 50-60. Die jährlichen Sonnenstunden am Standort betragen in Summe 1698 (Klimadaten nach www.meteostat.de).

Im Zuge des stattfindenden Klimawandels ist am Standort mit einer Erwärmung auf 10 °C (RCP 2,6) bis 11,5°C (RCP 8,5) zu rechnen. Die Niederschläge werden weitgehend gleich bleiben. Auch die Verteilung im Jahresgang wird dem bisherigen Muster folgen, jedoch ist mit einer Zunahme von Trockenperioden und Starkniederschlagsereignissen zu rechnen. Weitere Informationen zu Klimaentwicklungsszenarien und den Folgen finden sich beim Deutschen Wetterdienst (www.dwd.de), auf dem Hamburger Bildungsserver (wiki.bildungsserver.de/klimawandel) und bei der deutschen Koordinierungsstelle des IPCC (www.de-ipcc.de).

Bei der Pflanzung Anfang März wurden in das Pflanzloch pro Buschbaum ca. 3 x 2 Hände voll von einem Pflanzsubstrat gegeben, dass aus einem Teil Pflanzenkohle, einem Teil Lehm und einem Teil reifem Mist bestand. Dieses wurde mit dem Sand vermischt und so der Bereich bis eine Hand breit unter dem Wurzelballen und eine Hand breit drumherum gefüllt. Ein Gießrand wurde angelegt und die Pflanzen wurden angegossen. Erst im Juni des ersten Jahres wurde um den vorher bearbeiteten Bereich nochmals ein kleiner Graben von einer halben Hand Breite und einer Hand Tiefe gezogen und dieser mit 3 x 2 Händen voll geladener Pflanzenkohle befüllt und dann wieder geschlossen. Dann wurde ein ca. 10 cm dicker Mulch aus Grasschnitt aufgetragen. Auf Schimmelbildung kontrolliert, stellte sich heraus, dass die Dicke optimal gewählt war, denn es bildete sich kein Schimmel, aber unter dem Mulch tummelten sich die sonst im örtlichen Sandboden so raren Regenwürmer. Gewässert wurden die Pflanzen nach der Pflanzung überhaupt nicht mehr.  Noch Anfang Mai war ein heftiger Spätfrost zu verzeichnen, den beide Bäumchen gut überstanden, jedoch blieb bei der ‘Kurpfalz-Mispel’ die Fruchtbildung aus (siehe unten). Die Pflanzen bekamen keinen Schutz gegen Verbiss.

Deutlich spürbar war vor allem das Mulchen. Die Blätter der Pflanzen standen danach auch in der Mittagshitze noch kräftig, wohingegen sie vorher mangels Wasser etwas heraub hingen. Auch der Johannistrieb, der vor dem Mulchen eingesetzt hatte, machte nochmal einen ordentlichen Schub. Dennoch ist es erstaunlich, dass die Pflanzen in dem reinen Sandboden und teilweise lang anhaltender Trockenheit sehr vital blieben und gut anwuchsen. Die Mispeln sind also für trockene, arme Standorte durchaus geeignet, können mit einer Verbesserung des Bodens hin zu mehr Wasserretention und Nährstoffverfügbarkeit deutlich bessere Leistungen bringen.

Die Sorte ‘Nottingham’, die von der Baumschule Eggert, die nördlich von Hamburg liegt,  geliefert wurde, setzte gleich Früchte an, die ich am Baum beließ. Trotzdem war der Johannistrieb kräftig und die Pflanze wuch bis zum Juli schon 20 cm an allen Trieben. Die ‘Kurpfalz-Mispel’ von der Baumschule Ritthaler aus dem Süden Deutschlands setzte zwar Blüten an, bildete jedoch keine Früchte aus.

Im Süden wächst die Mispel als Baum von der Größe üblicher Halbstamm-Obstbäume, mit einer ausladenden Krone und Höhen bis 5 m. Um diesen Habitus zu erreichen, müssten bei meinen Buschbäumchen je ca. 4 schon eine Hand breit oberhalb des Wurzelhalses ansetzende Triebe entfernt werden, um das Wachstum auf einen Terminaltrieb zu konzentrieren. Im Moment stehen die Bäumchen an der Nordseite der “Gemüsegarten-Lichtung”, wo sie viel Sonne abbekommen, aber auch noch nicht gegen kalte Winde von Norden geschützt sind (die Windschutzhecke konnte aufgrund von Bauarbeiten noch nicht bis in die Nordecke des Gartens angelegt werden).

Insgesamt zeigt sich die Mispel schon im ersten Jahr als schnell Ertrag bringender Buschbaum für das Norddeutsche Klima. Die Sorte ‘Nottingham’ tut sich durch sofort einsetzenden Fruchtbehang hervor. Ein heftiger Spätfrost im Mai wurde von ihr gut vertragen und auch starke Winde (mehrere Unwetter im Juni) konnten ihr nichts anhaben. Die ‘Terra-Preta-Behandlung’ (Zugabe von mit Urin geladener Pflanzenkohle, Mist/Kompost und Lehm zum anliegenden Sandboden) zeigt deutliche Auswirkungen auf den Zuwachs. Das Mulchen bringt im Tagesgang eine deutlich bessere Wasserversorgung der Pflanze.

 

 

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Aroniabeere (Aronia melanocarpa, A. prunifolia)

Aroniabeere im ersten Jahr nach der Pflanzung. Diese Sorte (Nero) trägt im August bis in den September hinein sehr große Beeren.

Ich habe drei Sorten der Apfel- oder Aroniabeere bei mir im Garten, Aronia melanocarpa ‘Nero’, ‘Viking’ und ‘Hugin’, dazu noch eine Aronia prunifolia. Die Sträucher wurden Anfang März gesetzt, mit einer Zugabe von Kompost und Lehm im Pflanzloch, der umliegende Boden ist ein reiner Sand, der nach der Entfernung der Grasnarbe nur noch 10 cm humosen Oberboden besitzt.  Die Pflanzen kamen als Containerpflanzen von der Baumschule Eggert (www.eggert-baumschulen.de) und hatten eine ausgezeichnete Qualität mit vielen gesunden Wurzeln.

Auf die ‘Baumscheibe’, also den Bereich um den Stamm der Sträucher, in diesem Fall mit einen Radius von ca. 20 cm. wurde eine ca. 1 cm dicke Schicht ungeladene (!) Pflanzenkohle ausgebracht und leicht mit dem Aushub des Pflanzloches vermischt. Darauf kamen ca. 3 cm alter Pferdemist, der einem sehr reifen Kompost mit vielen Regenwürmern ähnelte. Sicher sollte eigentlich geladene Pflanzenkohle (min. 4 Wochen in Urin oder Gülle) verwendet werden, um eine Nährstoffdepression zu vermeiden. Da jedoch zum Pflanzzeitpunkt keine geladene Kohle verfügbar war (sollte man durch gute Planung vermeiden!), wollte ich trotzdem einen Nährstoffspeicher gleich mit einbringen. Die Idee ist dabei, dass der darauf gegebene Mist im laufe der Zeit Nährstoffe freigibt, die von der darunter liegenden Kohle aufgenommen werden. Das deutlich bessere Verfahren, das hier aus Zeit- und Ressourcenmangel keine Anwendung fand, ist z.B. im Artikel ‘Erfahrungen mit Mispeln‘ beschrieben.

Gepflanzt wurden die Sträucher im Waldgarten Brömsenberg in Westmecklenburg. Am Standort liegt ein reiner Sandboden mit teilweise nur 10 cm starkem humosen Oberboden vor. Die langjährige Durchschnittstemperatur liegt bei 8,7 °C, der Jahresniederschlag beträgt 602  mm und ist weitgehend gleichmäßig verteilt. In den Wintermonaten fallen durchschnittlich 40-50 mm, in den Sommermonaten 50-60. Die jährlichen Sonnenstunden am Standort betragen in Summe 1698 (Klimadaten nach www.meteostat.de).
Im Zuge des stattfindenden Klimawandels ist am Standort mit einer Erwärmung auf 10 °C (RCP 2,6) bis 11,5°C (RCP 8,5) zu rechnen. Die Niederschläge werden weitgehend gleich bleiben. Auch die Verteilung im Jahresgang wird dem bisherigen Muster folgen, jedoch ist mit einer Zunahme von Trockenperioden und Starkniederschlagsereignissen zu rechnen. Weitere Informationen zu Klimaentwicklungsszenarien und den Folgen finden sich beim Deutschen Wetterdienst (www.dwd.de), auf dem Hamburger Bildungsserver (wiki.bildungsserver.de/klimawandel) und bei der deutschen Koordinierungsstelle des IPCC (www.de-ipcc.de).

Alle Sorten trieben zunächst kräftig aus. ‘Nero’ und ‘Hugin’ blühten zahlreich und bildeten einen üppigen Fruchtbehang. Einen Spätfrost Anfang Mai überstanden alle Pflanzen ohne Probleme. Ein Strauch der Sorte ‘Nero’ bekam ab Anfang Juni braune Blätter und die Beeren vertrockneten. Ich habe bei diesem dann die Beeren entfernt, um den Pflanzen mehr Wasser und Nährstoffe für das Anwachsen und den Zuwachs zu lassen. Bei allen Pflanzen wurde ein ca. 10 cm dicker Mulch aus Grasschnitt auf der Baumscheibe ausgebracht und die etwas angeschlagenen haben sich bis Mitte Juli auch wieder völlig erholt und einen kräftigen Johannistrieb gebildet. Bei den anderen Pflanzen, die keinerlei Symptome irgendwelcher Schwierigkeiten zeigten, habe ich die Früchte belassen, um einfach mal zu schauen, mit was man im ersten Jahr rechnen kann.

Die Sorte ‘Hugin’ ist also die einzige, die im ersten Jahr Früchte angesetzt hat und diese auch halten konnte. ‘Nero’ wächst gut, verträgt aber den Fruchtbehang nur teilweise oder bräuchte eine bessere Nährstoff- und Wasserversorgung, um diesen zu halten. Der Strauch der Sorte ‘Nero’, der Früchte trug, hat sich allerdings letztendlich vom Ertrag her am Besten verhalten. Ende August trug er sehr große und viele Beeren. Die Früchte von ‘Hugin’ sind viel kleiner geblieben, schmecken aber deutlich süßer. Die Sorte ‘Viking’ wächst hervorragend, hat aber im ersten Jahr keine Früchte angesetzt.

Ein deutlicher Unteschied im Anwuchserfolg zeigte sich bei Unterschieden in der Bodenbeschaffenheit und in den Maßnahmen bei der Pflanzung. Die Beerensträucher, die braune Blätter bekamen und deren Früchte vertrockneten, waren in den Bereichen mit dem geringsten Humusgehalt gepflanzt worden. Außerdem waren die Beigaben bei der Pflanzung sehr spärlich ausgefallen. Um die Bedingungen zu beschreiben, könnte man etwas überspitzt behaupten, sie seien zur Bepflanzung einer Wanderdüne verwendet worden, so sandig war die Umgebung. Dass die Pflanzen dennoch überlebt haben, spricht sehr für die Robustheit der Aroniabeere. Nährstoffarmut, Spätfrost und kalter Wind (es gab mehrere Unwetter im ersten Jahr) konnten allen Sorten nichts anhaben, aber Austrocknung ist ein Problem auf extremen Standorten. Mit Zugabe von Terra Preta (Kompost und geladene Pflanzenkohle) und einer guten Mulchdecke sind diese Probleme zu beheben.

Nachtrag: Vorsicht beim Einsatz von freiwilligen Helfern. Ein Strauch der Sorte ‘Nero’ fiel einem  Mähwerkzeug zum Opfer.

 

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Willkommen

Willkommen auf homosilvaticus.com. Hier geht es darum, wie man über nachhaltiges Leben hinausgeht und gesunden Lebensraum für Gemeinschaften von Menschen, Pflanzen, Tieren und Boden wiederherstellen kann. Es wird Artikel und Videos über Waldgarten-Design, Agroforst und ‘hölzerne Landwirtschaft’ im allgemeinen geben, aber auch Berichte über spezielle Werkzeuge, Techniken und kulturelle Hintergründe. Ich hoffe, die Seiten gefallen und inspirieren euch!

Welcome to homosilvaticus.com. Here, you’ll find a growing collection of information on how to go from living sustainably to regenerating habitat for communities of people, plants, animals and soil. There are articles and videos mainly about forest garden design, agroforestry and wood agriculture in general, but also about specific tools and techniques and cultural background. English blog posts can be found here: English blog posts

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Agroforst-Seiten der Universität von Missouri

Auf der Internetseite des Zentrums für Agroforstwirtschaft der Universität von Missouri gibt es eine Reihe sehr interessanter Informationen. Zwar ist einiges auch kritisch zu betrachten, denn das Angebot ist sehr an US-amerikanischen Verhältnissen orientiert, aber insgesamt sind die vielen Publikationen gut gemacht, solide recherchiert und mit Forschungsergebnissen unterlegt. Daher meine Empfehlung, sich mal auf diesen Seiten umzusehen! Ein guter Start ist da z.B. http://www.centerforagroforestry.org/pubs/training/index.php – Dort kann man direkt das ganze Handbuch für das Selbststudium der Agroforstwirtschaft als PDF herunterladen.

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Arbeiten mit der Kultur- oder Staudensense

Die Kultur- oder Staudensense ist das ideale Werkzeug, um grobe Stauden, holzige Sträucher und sogar kleine Bäume zu entfernen. Mit einem gut geschärften Blatt, mähe ich locker noch daumendicke Stämmchen von Hasel oder Ahorn. Auch der invasive Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) ist mit einer Staudensense gut zu beseitigen.

Ursprünglich war die Staudensense für die Arbeit in Forstkulturen gedacht – daher auch der Name Kultursense. Mit ihr wurde Kulturpflege betrieben, es wurden also die gepflanzten jungen Bäume, die einmal den Waldbestand bilden sollten, von konkurrierender Vegetation freigestellt. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden dann Verbrennungsmotoren entwickelt, die lageunabhängig arbeiten konnten und dabei klein und leicht waren. So wurde neben der Motorsäge in ihrer heutigen Form auch der motorgetriebene Freischneider – auch bekannt als Motorsense – entwickelt. Da fossile Rohstoffe bei weitem nicht zu dem Preis gehandelt werden, der ihre ökologischen Kosten abdeckt, also die Umweltauswirkungen mit berücksichtigt, war ihr Eisatz billiger, weil man mit ihnen auch schnell voran kommt, wenn die Vegetation stark verholzt ist oder wenn man noch keine Erfahrung damit hat. Man kann so einen Freischneider so ziemlich jedem in die Hand drücken und es kommt immernoch eine gemähte Fläche dabei heraus. Den Umgang mit der Kultursense muss man dagegen etwas üben.

Trotzdem lohnt sich der anfängliche Aufwand. Man kann mit einer Kultursense arbeiten, ohne in einer Abgaswolke zu stehen. Sie verbraucht kein Benzin und macht keinen Lärm, ist jderzeit einsatzbereit und hält ein Leben lang, wenn man sie gut behandelt. Ein Freischneider hingegen zerstört auch viele kleine Lebewesen (ich habe schon viele schöne Weinbergschnecken getroffen, die im Garten doch so nützlich wären (sie fressen die Gelege der braunen Nacktschnecken)), ganz zu schweigen von den sonstigen Umweltauswirkungen und den ergonomischen Belastungen. Außerdem verzeiht sie viele Fehler, die eine Wiesensense schnell beschädigen würden. Daher empfehle ich sie sehr für Sensen-AnfängerInnen und auch für Flächen, bei denen man sich nicht sicher ist, ob nicht irgendwo unter dem Gras ein paar Ecken, Kanten oder hartes Material versteckt sind.

Die Kultur- oder Staudensense ist also das perfekte Werkzeug für den Waldgarten, bei der Anlage von Agroforstsystemen, an Waldrändern und generell überall da, wo es etwas gröber zugehen muss.

Ich persönlich empfehle die Kultursense der Firma Schröckenfux, die man z.B. beim Sensenverein erhält. Ich habe den Umgang mit Sensen bei Bergbauern in Österreich gelernt und lange selbst Erfahrung gesammelt. Man lernt natürlich nie aus, aber einen Sensenmähkurs würde ich trotzdem allen empfehlen, die keine Möglichkeit haben, das Sensenmähen bei jemandem zu lernen, der/die es kann. Vor allem die richtige Haltung ist wichtig, denn dann ist das Mähen mit der Sense auch noch eine gesunde Bewegung! Bei mir kann das Sensenmähen auch gelernt werden, wir haben hier viel zu mähen und suchen jederzeit Menschen, die gern ein paar Wochen oder länger bei uns am Hof mithelfen. Einfach mal anfragen!